Der Volksmund nennt sie etwas abfällig Rentner-Golf, egal ob VW Golf Plus oder Golf Sportsvan. Tatsächlich sind die Modelle nicht nur für die ältere Kundschaft hochinteressant. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

VW Golf Sportsvan – Gebrauchtwagen-Vorstellung

Bauzeit: 2014 bis heute
Motoren: 85 PS (1.2 TSI) bis 150 PS (1.4 TSI)
Preis: ab 10.500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2014): fünf Sterne

VW Golf Sportsvan 1.6 TSI
Der Sportsvan bietet fünf Sitzplätze und eine längs verschiebbare Rückbank.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD

Das ist er: Ein Etikettenschwindel, denn mit Sportlichkeit ist es nicht weit her in Anbetracht von maximal 150 PS. Aber es klingt dynamisch, und er sieht auch so aus. Vorstellung auf der IAA 2013, Facelift 2017, passgenau für die Nische zwischen Golf Limousine und Touran. Beliebt beim typischen Kundenkreis ist die leicht erhöhte und betont aufrechte Sitzposition, die außerdem für merklich mehr Raum vor der – verschiebbaren – Rückbank sorgt. Den Hochdach-Golf gibt es auch als sportliche R-Line-Variante, als Sparversion BlueMotion und mit Erdgasantrieb.

VW Golf Sportsvan: Stärken

Das kann er: Tatsächlich fast alles besser als der Normalo-Golf. Er hat mehr Platz, mit maximal 1520 Liter Kofferraumvolumen echtes Kombi-Format und ist dabei nur neun Zentimeter länger. Nur auf starke Topmotoren müssen die Kunden verzichten. Die Basis liefert ausreichende 85 PS, bei wenig sportlichen 150 PS ist Schluss – egal ob Diesel oder Benziner.

VW Golf Sportsvan: Schwächen

Das macht Ärger: Den Dauertest schloss er mit einer 1- ab, er war so gut, dass er über 150.000 Kilometer ran durfte. Rückrufe gab es wegen fehlerhafter Bordnetzsteuergeräte und nicht einrastender Kopfstützen. Auch Kindersicherungen und Radlagergehäuse wurden bereits an einigen Exemplaren getauscht.

VW Golf Plus – Gebrauchtwagen-Vorstellung

Bauzeit: 2004 bis 2014
Motoren: 75 PS (1.4 16V) bis 170 PS (1.4 TSI)
Preis: ab 1500 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest): nicht geprüft
VW Golf Plus 2.0 TDI
Der Golf Plus wurde 2008 überarbeitet.
Bild: Toni Bader
Das ist er: Ein Golf 5 mit komplett geändertem Layout. Das sorgt für mehr Platz und Flexibilität als beim flachen Bruder; das aufrechtere Sitzen vergrößert die Beinfreiheit. Das Plus an Höhe vergrößert aber auch Stirnfläche und so den Verbrauch. Ab 2009 trägt das Modell die kantigere Nase des Golf 6. Sicher: ESP und sechs Airbags sind serienmäßig an Bord.

VW Golf Plus: Stärken

Das kann er: Hoch sitzen und weit schauen – diese Grundbedürfnisse befriedigen. Wenn auch ein wenig straffer abgestimmt als der Golf, kann er dennoch entspannt Kilometer fressen und dabei noch ziemlich viel Gepäck einladen. Bei den Motoren empfehlen sich die seit 2006 verfügbaren Downsizing-Triebwerke mit 122 bis 170 PS, bei VW TSI genannt. Die schwächeren Sauger wirken dagegen müde. Außerhalb von Umweltzonen sind die sparsamen TDI-Motoren nach wie vor eine Option.

VW Golf Plus: Schwächen

Das macht Ärger: Und täglich grüßt die Steuerkette des 1.4 TSI. Die 122-PS-Version ruckelt dazu beim Beschleunigen, dagegen hilft ein Software-Update. Und bis zum Baujahr 2005 kommt es vor allem beim Zweiliter-TDI zu Rissen im Zylinderkopf; an Pumpe-Düse-Motoren schlagen die Injektoren ein.

TÜV-Urteil

Fahrwerk

Ein weitgehend vorbildliches Kapitel: Achsaufhängungen, Federn und Dämpfer, Lenkanlage und -gelenke bekommen in allen Baujahren von Sportsvan und Plus Topnoten. Die einzigen roten, also für überdurchschnittliche Mängel stehenden Zahlen finden sich bei den ältesten Plus, und zwar für